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Fahrmarken

Fahrmarken, sind Marken die zur Einfahrt des Bergmanns unter Tage dienten. Dabei gab es regionale Unterschiede. Im Erzbergbau z.B. auf der Grube Pfannenberg (Siegerland) erhielt der Bergmann die Fahrmarke bei der Markenausgabe. Vor der Einfahrt mit dem Korb gab er seine Fahrmarke dem Anschläger, der die Fahrmarke auf einen Draht zog.

Bei der Ausfahrt war der Anschläger vor Ort (z.B. 9 Sohle) und drehte den Drahtring herum, so dass derjenige als erster seine Fahrmarke bekam, der zuerst eingefahren war. Somit war eine reibungslose Ausfahrt, in einer geordneten Reihenfolge möglich. Die Fahrmarke wurde bei der Markenkontrolle abgegeben. Somit hatte der (Anschläger und) Markenkontrolleur ein Überblick darüber, ob alle Bergleute ausgefahren waren. Auf der Grube Pfannenberg gab es für jeden Bergmann drei Marken. Frühschicht rund, Mittagschicht quadratisch und die Nachtschicht dreieckig. Die Fahrmarke war hierbei gleichzeitig Schicht- und Fahrmarke.

Unterscheidung Schicht- und Fahrmarke

Heinz Hänisch beschreibt die Handhabung der Fahrmarken wie folgt:

Zu Schichtbeginn erhielt der Kumpel auf der Zeche Graf Bismarck eine Schichtmarke (rund, sechseckig, achteckig oder quadratisch) verstaute diese in seiner Tasche, holte seine Lampe mit seiner Nummer ab und ging zum Schacht. Hier stellte er sich zur Seilfahrt an. Bevor er den Korb betrat gab er seine Fahrmarke (meist dreieckig) dem Anschläger. Dieser zog die Fahrmarke auf einen Drahtring. Mit betreten des Korbes begann die Arbeitszeit des Kumpels. Nach Arbeitsende vor Ort ging der Kumpel zum Füllort zurück. Hier las der Anschläger die Nummern auf den Fahrmarken in umgekehrter Reihenfolge vor und gab die Fahrmarke dem Besitzer zurück. Eine geordnete Ausfahrt war somit, ohne ”fuddeln”, möglich. Die Fahrmarke blieb im Arbeitszeug des Kumpels. Nach Rückgabe der Lampe wird die Schichtmarke bei verlassen des Bergwerks an der Markenkontrolle in ein Behältnis geworfen (ähnlich Sparschwein). Der Markenkontrolleur ordnet die Schichtmarken für den nächsten Tag.

Weitere Informationen:

H.Q. schreibt: „Ich war Anschläger unter Tage und bei mir wurden die Fahrmarken auf den Drahtring gezogen und zwar nur für Leute im Schachtbetrieb, also Lokfahrer, Rangierer, usw.. Alle anderen Kumpel mussten Ihre Fahrmarke in der Nummernbude beim „Nummernbolz“ unter Tage abgeben. Nach Arbeitsende wurden sie vom Nummernbolz aufgerufen und fuhren aus. Fuddeln war doch möglich, da alle gut mit Werkzeug für zu Hause, Schnaps usw. versorgt wurden. Über Tage in der Markenkontrolle (elektronische Erfassung) war nie einer … . Glück auf

Arbeitsordnung Grube “Lohmannsfeld”

In der Grube “Lohmannsfeld” (Siegerland/Altenseelbach) wurde in der Arbeitsordnung von 1892 unter § 14 festgelegt:

“Die Belegschaft wird vor dem Anfahren von dem zuständigen Aufsichtsbeamten verlesen. Statt des Verlesens kann auch Markenkontrolle sattfinden. Das Anfahren vor dem Verlesen oder ohne vorherige Meldung bei den Aufsichtsbeamten ist verboten. Nach beendeter Schicht findet abermals ein Verlesen statt. Kein Arbeiter darf abfahren, ohne verlesen zu sein oder sich abgemeldet zu haben”

Weitere Informationen siehe Artikel im Grubenlampeninfo 1998, Heinz Zander, Kontrollmarken – Schichtmarken - Fahrmarken, Seite 100 – 101.

Siegerland


Grube Bindweide


Grube Brüderbund


Grube Füsseberg


Grube Pfannenberg


Grube San Fernando


Grube Storch & Schöneberg


Grube Lüderich

Der Förderturm der Grube Lüderich steht jetzt als Bergbaudenkmal auf dem Gelände der Grube Grimberg in Niederdielfen.


Grube "Sicilia" / Sachtleben

Die drei Fahrmarken links stammen aus der Grube „Sachtleben“ Sicilia-Schacht in Meggen. Die quadratische Fahrmarke rechts „Sachtlb“ soll aus der Schwarzwälder Bergbaugrube kommen (heutiger Informationsstand, die Fahrmarke gibt es auch in rund).


Ruhrgebiet - Überblick

Zeche Brassert - Grube Brassert

Beim genauen hinsehen erkennt man die unterschiedliche Größe der Schlagzahlen!

Ursprünglich war ich davon ausgegangen, dass ich der Form von Zahlen und Buchstaben ein bestimmtes Alter zuweisen könnte. Die verschnörkelte Schrift Z.Br. müsste älter als eine geschlagene Zahl Z.Br. sein und diese wiederum älter als eine geprägte Form. Dagegen spricht die Nummernhöhe auf den Schichtmarken. Alte Formen müssten kleinere Nummern aufweisen als Neue Formen. Das stimmt aber so nicht wie man an den Fotos sehen kann. Das ist nur dadurch zu erklären, dass Marken verloren gehen und ersetzt werden müssen.

Reihenfolge: – Schichtmarke – Fahrmarke – Schichtmarke – Schichtmarke – G. Br. = Grube Brassert

Selten gelingt es einen kompletten nummerngleichen Satz an Schichtmarken zu erhalten.

Wie unterschiedlich Fahr- und Schichtmarken sein können wird an diesem Bild deutlich. Im Bereich der Frühschicht sind Messing-, verzinntes Blech und verchromte Eisenronden zu finden. Darüber hinaus wird Aluminium (geprägt / geschlagen) verwendet. Für weitere Hinweise bin ich dankbar!

Grube Baldur


Graf Bismarck


Minister Achenbach


Zeche Franz Haniel


Pattberg Schächte


Auguste Victoria in Hamm


Schacht Grimberg


Schacht EWALD / Fortsetzung


Schachtanlage Radbod


...weitere


Erin


Literatur:

Ortwin Bickhove-Swiderski, Die Grubenmarken des Reviers (sehr viele Abbildungen aus seiner Sammlung) in Numismatisches NachrichtenBlatt (NNB) Ausgabe 8/1998, S. 321.

Ortwin Bickhove-Swiderski, Die Grubenmarken des Reviers (sehr viele Abbildungen), Vestischer Kalender, Recklinghausen, Jg. 70, 1999, S. 202-203. (nach Angaben des Verfassers)


Peissenberg/Bayern

Fahrmarken aus Peißenberg - Bayrischer Pechkohlenbergbau (Die rot lakierten Fahrmarken gehörten der Rettungsstaffel)


Saarland u.a.

Luisenthal


Kali und Salz


...weitere

Sulzbacher Gruben


Mansfeld u.a.

Die Fahrmarke: „Mansfeld´sche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft – Schacht Hohenthal“ bei Helbra (nach dem Krieg: Hans Seidel Schacht) erzielte bei einer ebay – Versteigerung ein Verkaufsgebot von 120,99 Euro. Dieses Gebot übersteigt den Preis für einige teure französische Fahrmarken.

MansfeldHarzer Kalkindustrie Kurhessen Minister AchenbachRammelsberg

Französische Jeton / Jeton de France

Tailliette enquête


Kriegsgefangene - Prisonniers de guerre

Etwa eine Million Deutsche befinden sich zwischen 1944 und 1948 in Frankreich in Kriegsgefangenschaft. 50 000 arbeiteten als Kriegsgefangene in Kohlegruben


Houilliere

HBNPC - Houilliere Bassin du Nord et pas de Calais

LENS-LIEVIN


Diese Marken werden laut Claude Dryburgh den „service mechanique Atelier centraux“, den zentralen mechanischen Werkstätten zugeordnet. Die Werkstätten sollen hinter den „Großen Büros“ in Lens gelegen haben. An ihrer Stelle befindet sich heute ein Restaurant / Gymnasium. Claude Dryburgh „…derriere les grand bureau de lens. Maintenant c'est un restaurant pour le lyce.“ Merci Claude! André Dieu „on avait les mêmes à Billy et Méricourt, marqué, plutôt pressé HBNPC ;quant au Nom marqué sur ce pion il y en avait à la gare de Billy“. Vieles spricht dafür, dass diese Marken in den mechanischen Werkstätten verschiedener Gruben verwendet wurden. „service mecanique(initial s/m/. dans les les fosses y avais les ateliers et service mecanique“. Merci!


BRUAY


COURRIERES

HBMPDC

Group d´HENIN - LIÉTARD


FOSSE LOS EN GOHELLE


HBC = Houilliere de Centre


HBL = Houilliere Bassin de Lorraine

Puits Couriot - St. Etienne


MDPA = Mine Domanial des Potastes d´Alsace


HDBDC- Houilleres du Bassin des Cevennes

Groupe Centre

plus Champclauson

SAC DE BOIS


Mines d´ALBI


Mines de Carmaux

plus d´information / more Information / mehr Informationen / carmaux-jeton


Mines de Decazeville


Belgien (belges)

Charbonnages du Roton-Aulniats

Le Pays Noir (région de Charleroi)


Charbonnage du Roton - Ste. Catherine

Le Borinage (région de Mons)


Luxembourg und Grenzgebiet zu France

fahrmarken_lux_france.pdf Fahrmarken aus dem Minettebergbau Luxembourg und Frankreich


Niederlande und verschiedene


Italien

Fahrmarken von Sardinien sind absolut selten. Wie man mir sagte, soll es nur wenige Bergwerke mit Fahrmarken in Italien geben. Società Mineraria Carbonifera Sarda Storia mineraria della Sardegna

Polen

Chwalowice Diese Grube wurde am 14.09.1897 unter dem Namen Donnersmarck-Grube eröffnet

Debiensko Untertage …. Übertage

Jastrzebie (Jas Mos Grube - Werkzeugmarke)

Anmerkungen von Milosch Dryjanski: - RATOWNIK bezeichnet einen Mitglied einer Rettungsorganisation, hier Grubenwehr. - die emallierten Marken unten passen mir irgendwie nicht als Fahrmarken, eher als Vermessungsmarken oder ähnliches.

Man hat die alten, kommunistischen Namen der Zechen mittlerweile geändert: - KWK Zawadzki = KWK Paryz (deutsch = Paris) geschlossen 1995

- KWK Dymitrow; 1990 wieder „Centrum“, Ab 1993 durch Fusion mit KWK Szombierki = KWK Centrum-Szombierki und ab 2004 durch Fusion mit KWK Bobrek = KWK Bobrek-Centrum


Hoymgrube : Diese Grube soll bereits seit 1792 bestehen. Nach 1945 wurde sie umbenannt in Ignacy Grube (dann in "ANNA"). 2004 wurden die beiden Bergwerke „Rydultowy“ und KWK „Anna“ zu einer der größten Industrieanlagen in Rydultowy. Die Fahrmarke (31 mm Durchmesser) stammt aus der Zeit vor 1945.

Grube "1 MAIJA" (1.Mai) errichtet von 1952 bis 1960 hat große Fahrmarken mit einem Durchmesser von 49 mm. Hier die Marke für den Kompressor. Die Marke mit der Nr. 3931 wurde in der Zuständigkeit für die Förderbänder gefahren. Die Kazimierz -Juliusz Grube - bestand ursprünglich aus zwei Gruben. 1884 Kazimierz + 1914 Juliusz wurden 1938 zusammengelegt zu Kazimierz-Juliusz. Die Marke 796 ist für die Fördermaschine.|

Kopalnia Węgla Kamiennego Bolesław Śmiały weitere Informationen Danke Adam! Glück Auf nach Polen!

Spanien

Fábrica de Míeres - Wie oft in Spanien wurde 1844 von einer englischen Finanzgeber in London die Asturiana Mining Company gegründet. Zweck der Gesellschaft waren der Kohlebergbau, eine Kokerei und Gusseisenfabrik (erste private Fabrik in Spanien). Breve historia dé Fábrica de Míeres

Tschechien

Vostech Pripram / wird noch geprüft

United Kingdom


Pleasley Colliery

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fahrmarken/start.1495015258.txt.gz · Zuletzt geändert: 2017/05/17 12:00 von heupel