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grubenlampen:karbidlampen:geschichte_der_grubenlampe

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grubenlampen:karbidlampen:geschichte_der_grubenlampe [2019/03/24 14:31]
heupel [Talg-Handlampe]
grubenlampen:karbidlampen:geschichte_der_grubenlampe [2019/03/24 14:49] (aktuell)
heupel [Tonschalenlampe mit Grifftülle]
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-Fragment einer bergmännisch genutzten Tonschalenlampe mit Grifftülle,​ 16. Jahrhundert. Grabungsfund,​ Altes Lager Rammelsberg,​ Goslar ​ und die Vollständige,​ originalgetreue Reproduktion der Tonschalenlampe.+Fragment einer bergmännisch genutzten Tonschalenlampe mit Grifftülle,​ 16. Jahrhundert. Grabungsfund,​ Altes Lager Rammelsberg,​ Goslar ​ und die Vollständige,​ originalgetreue Reproduktion der Tonschalenlampe. Lt. Hartwig Büttner wurde bei Grabungen am Alten Lager am Rammelsberg (2011, Goslar) zahlreichen Fragmente von Tonschalenlampen mit Grifftülle gefunden, die in das 14. bis 16. Jahrhundert datieren. Die Funde befinden sich im Bestand des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege,​ Arbeitsstelle Montanarchälogie (Goslar). In der Harzfrosch-Ausstellung im Jahre 2017 am Bergbaumuseum Rammelsberg konnten zwei Lampenfragmente vom Rammelsberg neben Tonschalenlampen aus dem Freiberger Revier und aus Kuttenberg (Kutná Hora, heute Tschechische Repubilk) gezeigt werden. Diese Fragmente gehörten zu den urtümlichsten Grubengeleuchten,​ die in mitteleuropäischen Montanzentren im Spätmittelalter in Gebrauch waren. Dazu zählten diese Tonschalenlampen für Unschlittbrand (Fettbrand),​ die aus einfachen häuslichen Schalenlampen entwickelt wurden. Für die Fahrung im Bergwerk wurde ein Griff notwendig, so wurde ein beidseitig offener Tonzylinder als Grifftülle am hinteren Ende der Lampenschale angebracht. Nach aktuellem Kenntnisstand entstand dieser Lampentyp auf der Böhmisch-Mährischen Höhe im 13. Jahrhundert,​ durch Wanderungsbewegungen von Bergleuten in andere Reviere verbreitete sich die Form recht schnell in Mitteleuropa;​ heute würde man von "​Technologie-Transfer"​ sprechen. Fragmente sowie vollständig erhaltene Exemplare dieser Tonschalenlampen wurden als Streufunde und auch bei systematischen archäologischen Grabungen in vielen europäischen Montanregionen gefunden und finden sich vor allem an ikonographischen Belegen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurden vielerorts dann metallene Schalenlampen - ebenfalls noch für den Betrieb mit Unschlitt - mit überwölbendem Bügel und beweglichem Haken eingeführt,​ die sich in der Formensprache reviertypisch ausbildeten. 
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 +Das größere Fragment aus oxidierend gebranntem roten Ton diente als Vorlage für eine vollständige Reproduktion. Eine originalgetreue Replik konnte durch eine Töpferin, die sich mit mittelalterlicher Irdenware befasst, handwerklich in alter Technik herstellt werden. Stilecht mit historisch korrektem Dochtmaterial aus einem Leinwandstreifen mit Knoten kann diese Lampe kann mit Rindertalg ​ betrieben werden
  
  
grubenlampen/karbidlampen/geschichte_der_grubenlampe.txt · Zuletzt geändert: 2019/03/24 14:49 von heupel